• Background Image

    Sonnwende
    Johannifeuer

    23. Juni 2017

23. Juni 2017

Sonnwende
Johannifeuer

Johannifeuer beenden die Spargelsaison

Zur Sommer-Sonnenwende werden an den Wochenenden vor und nach der Sommersonnenwende wieder viele Johannifeuer lodern. Es ist ein schöner Anblick, wenn man als Wanderer von einer Anhöhe in die heraufziehende Nacht blickt und auf den Hügeln den Schein vieler Feuer betrachten kann. Oder man begibt sich direkt zu einem solchen Fest, wo meistens mit Musik, kalten Getränken und Gegrilltem gefeiert wird.

Es ist ein erstmals seit dem 12. Jahrhundert, seit dem 14. Jahrhundert häufig, belegter Brauch. Als Symbol für die Sonne bzw. in christlicher Deutung für Christus werden in der Nacht des Johannistages große Scheiterhaufen angezündet. Heute macht man das nur noch, wenn die Sonnenwende direkt auf das Wochenende fällt. Um das Fest Arbeitnehmer freundlich zu gestalten, wird kaum noch unter der Woche gefeiert, sondern am Wochenende vor oder nach Johanni.
Traditionell wird der Sonnwendtag auch als Nachbarschaftsfest gefeiert. Man kommt zusammen um zu feiern und zu tanzen. Neue Nachbarn werden in die Gemeinschaft aufgenommen, Streitigkeiten beigelegt und Ämter vergeben.

Um das Feuer zu tanzen oder darüber zu springen soll Glück bringen. Wer Holz ins Feuer wirft, wird damit gleichzeitig all sein Unglück los. Wirft man bestimmte Kräuter ins Feuer und sieht dann in die Flammen, so sollen Augenkrankheiten geheilt werden. Diese Johannisfeuer waren schon im Mittelalter üblich. Im 18. Jahrhundert wurden sie verboten, da man sie als abergläubischen Kult betrachtete. Doch schon im 19. Jahrhundert setzte sich dieser Brauch wieder durch.

9 verschiedene Kräuter sollen am Johannistag besonders heilsbringend sein: Mohn, Bärlapp, Kornblumen, Beifuß, Farnkraut, Eichenlaub, Johanniskraut, Lilien, Rittersporn. Mit ihnen wurden früher am Sonnwendtag Speisen zubereitet. Außerdem war es üblich, die Kräuter zu Kränzen zu flechten und im Haus aufzuhängen oder sich unter sein Kopfkissen zu legen.

Da dem Holunder und der Brennnessel am Johannistag besondere Heilwirkung zugesprochen wurde, aß man gern Holunderküchlein und Brennnesselpfannkuchen.

Die Johannisnacht gilt jedoch nicht nur als glücksbringend, sondern auch als geheimnisvoll und unheimlich. In dieser Nacht sollen ganz ungewöhnliche Dinge geschehen: Berge öffnen sich und geben ihre Schätze preis, Menschen können die Sprache der Tiere verstehen und versunkene Glocken beginnen zu läuten. Außerdem heißt es, dass Hexen und Dämonen in dieser Nacht umher ziehen und Gelage feiern. Um sich vor ihnen zu schützen solle man sich auf Kreuzwegen aufhalten oder die Glocken läuten.

Die Feuer müssen bei den Behörden angemeldet werden und werden von den Feuerwehren beaufsichtigt. Neben dem Brandschutz muss auch auf die Umwelt geachtet werden. Nur unbehandeltes Holz ist als Brennstoff erlaubt. Altreifen, Kunststoffe, beschichtetes Holz, Altöle und andere Abfälle dürfen nicht verbrannt werden. Auch beim Aufschichten des Holzes sollte man vorsichtig sein, denn oft verbergen sich kleine Tiere in dem Gestrüpp, für die das Feuer leicht zur Todesfalle werden kann.

Auch wenn das Feuer schon zum großen Teil niedergebrannt ist, bleibt Vorsicht das oberste Gebot. Gerade wenn Alkohol im Spiel ist, neigen Festgäste oft zu Übermut und Leichtsinn und springen manchmal über die Flammen. Also – nicht ins Feuer stolpern, sonst kann die Feier im Krankenhaus enden. Wir wünschen viel Spaß in der kürzesten Nacht des Jahres und denken mit Wehmut daran, dass die Nächte jetzt wieder länger werden.